Gerade Trennungskinder brauchen ein realistisches Bild von ihren Eltern

Ute Steffens

Erziehungswissenschaftlerin

Und das ist die Auflösung des Gewinnspiels auf Instagram und Facebook…

Wenn Ihr Eure Kinder gut durch Eure Trennung begleiten wollt, dann ist das leichter, wenn Ihr davon ausgeht, dass Ihr nur Eure Bindung zum Kind stärken könnt. Darauf, wie der andere Elternteilseine Beziehung zu Eurem Kind gestaltet, habt Ihr im Zweifel (solange kein Missbrauch, Gewalt oder Vernachlässigung vorliegt) keinen Einfluss.

Kinder brauchen ein realistisches Bild von beiden Eltern – und niemand ist perfekt.

Niemand weiß das besser als das Kind, denn das kennt Euch als seine wichtigsten Bindungspersonen am besten. Selbst, wenn ein Elternteil kaum oder gar nicht da ist, dann weiß es das auch längst.

Wenn Ihr Verhaltensweisen des anderen Elternteils beschönigt und entschuldigt, Verhalten, über die das Kind sich ärgert oder von denen es enttäuscht ist, dann sät Ihr Zweifel an seiner kindlichen Wahrnehmung oder an der Berechtigung seiner Gefühle.

Natürlich darf man sich auch über seine Eltern ärgern – und natürlich ist es unvermeidbar, auch einmal enttäuscht zu werden. Das gehört zum Leben und zur Realität dazu.

Trösten kann ich erst, wenn ich dem Kind seine Enttäuschung oder seinen Ärger auch zugestehe. Darum ist Antwort B richtig. Ihr unterstützt das Kind dabei, eine realistische Beziehung mit realistischen Erwartungen an Euch als Eltern zu haben.

Nobody's perfect...

Du weißt doch, wie Papa ist

…er verbummelt manchmal Sachen

… er ist halt unordentlich

… er ist ungeduldig

… er brüllt mal rum, und zwei Sekunden später hat er es bereits vergessen

…pingelig

…chaotisch

ER IST WIE ER IST… und weil das so ist, hat er Stärken und Schwächen – Nobody´s perfect.