„Diagnose“ Alleinerziehend?!

"Krank, weil ich alleinerziehend bin?!“

 

„Irgendwann vor ein paar Monaten hatte ich einen Flyer meiner Krankenkasse im Briefkasten. Ich dachte, ich seh‘ nicht richtig: Die Macher rühmten sich ihrer Leistungen im Kindes- und Jugendalter. Sie hatten eine Rangfolge der häufigsten kindlichen Erkrankungen aufgelistet, deren Spitzenreiter die Diagnose ADHS war. Aber…und nun kommt’s: Auf Platz 2 rangierte da die Diagnose „alleinerziehend“.

Hallo?! Geht´s noch?! Meine Kinder sind KRANK, weil ich alleinerziehend bin?!

Ich weiß nicht, ob mich das wütend oder traurig oder hilflos macht. Jedenfalls war das ein heftiger Tritt in die Magengegend!

Ich weiß nicht, wie lange ich mich nach der Trennung mit genau dieser Angst herumgequält habe. Mit dem Gedanken, dass ich nicht genug bin, dass unsere Trennung unsere Kinder gegenüber denen aus „heilen“ Familien benachteiligt… und dann flattert mir dieser Mist ins Haus und lässt genau das wieder aufleben, von dem ich mich mühevoll verabschiedet habe. Die vermeintliche tonnenschwere Schuld meinen Kindern gegenüber. „Ich habe es nicht geschafft, ihnen das zu bieten, was ich mir für sie gewünscht habe!“

 
Dieses Stigma finde ich genauso empörend wie Anna!
Es wird suggeriert, die „Diagnose“ stehe in einem unmittelbaren Zusammenhang mit dem alleinerziehenden Elternteil, und das ist völlig absurd!

Selbst wenn ein Kind im Zusammenhang mit einer Elterntrennung behandlungsbedürftige Symptome entwickelt, so sind für das Wohl ihrer Kinder immer beide Eltern verantwortlich! Auch ein Elternteil, der sich nach der Trennung den Kontakt zu seinem Kind abbricht, behält die volle Verantwortung für die Gestaltung bzw. Nicht-Gestaltung seiner Beziehung sowohl zu seinem Kind als auch zum „alleinerziehenden“ Elternteil.

Das Elternteil, der sich weiterhin um das Kind kümmert, der den Alltag mit ihm gestaltet, ihm ein Zuhause und Sicherheit gibt, ist sicherlich nicht für das Verhalten des anderen verantwortlich!
— Ute Steffens
 
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